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  Change mich am Arsch. Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter kaputtverändern

Hypnose hilft, auch wenn alles andere versagt.

James Braid

Das Veränderungstempo in den Firmen nimmt seit Jahren zu. Vielen Mitarbeitern gehen die unaufhörlichen Change-Initiativen auf die Nerven. Zudem entsteht oft Angst, dem ständigen Anpassungsdruck nicht mehr gewachsen zu sein. Doch, was kann jeder Einzelne tun?

1. Eigene Warnsignale erkennen

Der wichtigste Punkt ist, dass du dich selbst beobachtest und feststellst, wie du mit den ganzen Veränderungen noch zurechtkommst. Gerade Menschen, die grundsätzlich sehr flexibel und veränderungsbereit sind, übersehen leicht innere Warnsignale, dass das Tempo oder das Ausmaß der Veränderungen zu viel sind.

2. Modell „Veränderungs-Balance“ nutzen 

Mit dem oben aufgeführten Modell der Veränderungs-Balance kannst du systematisch erkunden, wie es um dich steht und was du brauchst, um im Change nicht unterzugehen.

  • Veränderungs-Balance: Du kannst die Anpassungsanforderungen gut meistern.
  • Erschöpfung: Du bist überfordert und im Stress, weil du in zu kurzer Zeit zu viel neues Wissen oder neue Denk- und Verhaltensweisen erwerben sollst. Mit zunehmender Dauer resultieren daraus Erschöpfung und Stresserkrankungen.
  • Nicht mein Ding!: Du hast trotz Anpassungs- und Übungszeit das Gefühl, dass dir neue Aufgabenbereiche und Tätigkeiten nicht liegen. Du fühlst dich deplatziert und falsch. Es entstehen Selbstzweifel und die Motivation sinkt auch.
  • Selbstvergewaltigung: Dieses Feld ist besonders kritisch. Du kommst sowohl mit dem Tempo als auch mit den neuen Tätigkeitsinhalten nicht klar. Diesen Zustand kann eigentlich niemand unbeschadet lange aushalten, da der innere Konflikt, den diese Situation beinhaltet, sehr groß ist.

Die grau dargestellte Warnzone zeigen, dass die meisten Menschen einen guten inneren Kompass dafür haben, wenn es beginnt zu viel zu werden. Checke mit dem Modell deine Lage und werde aktiv, wenn du dich deiner Warnzone oder gar deiner inneren Grenze näherst.

3. In die Gestalterhaltung gehen 

Es ist eine Frage der Haltung und der inneren Überzeugung, was Change Prozesse mit dir machen. Die Psychologie unterscheidet hier zwei Haltungen: Die Gestalter glauben, auch in schwierigen Situationen etwas bewirken zu können. Sie schauen auf ihre Einflussmöglichkeiten. Sie überlegen, was sie selbst aktiv tun können, um ihre Lage positiv zu beeinflussen. Sie sind optimistisch, das Problem lösen zu können.

“Opfer” dagegen sehen sich als Gefangene von Herkunft, persönlichen Eigenschaften oder Rahmenbedingungen. Sie glauben, sie können angesichts einer schwierigen Situation nicht viel oder gar nichts ausrichten. Ihnen fällt es schwer, aktiv zu werden und zu handeln. Folglich warten sie ab. Sie grübeln und jammern. Sie schimpfen auf andere, die ihnen das vermeintlich angetan haben. Sie verharren in Hilflosigkeit und trüben Gedanken.

Schnell passiert es im Change Trubel, dass du in einen Opfer-Modus hineinfällst. Rüttle dich dann wach und überlege anhand der folgenden Fragen, wie du für deine Veränderungs-Balance Sorge tragen kannst.

  • Wieviel Prozent Einfluss habe ich auf meine momentane Situation? Von 0 bis 100 Prozent.
  • Worin besteht genau dieser Einfluss? Was kann ich aktiv tun? Was liegt in meinem Handlungsbereich?
  • Und wenn es gefühlt nur 5 Prozent sind – wie nutze ich diese? Wie würden andere Menschen diese Freiheitsgrade nutzen? Menschen, die ähnlich sind wie ich? Oder gerade auch Leute, die ganz anders sind?
  • Welche Werte und Einstellungen (z. B. Sicherheitsdenken, Status-Wunsch) sorgen dafür, dass ich mich in der Situation gerade gefangen fühle? Was würde mir mehr Luft verschaffen?
  • Welche Unterstützung von anderen Menschen kann ich nutzen? Wen um Hilfe, Feedback, Rat bitten? (1)

Sei dir bei all dem gewiss: Es gibt immer mehr Optionen als du vermutest. 

 

 


(1) Change mich am Arsch. Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter und sich selbst kaputtverändern (2018) Prof. Dr. Axel Koch. Econ Verlag.

Bildnachweis: Prof. Dr. Axel Koch.

 

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